Nachts im Eiskeller – 24. Berliner Polarnacht

Nachtwanderungen haben es ja so an sich, dass man auf ihnen schlecht fotografieren kann. Darum eine kurze Notiz ohne viele Fotos von der Berliner Polarnacht.

Dabei bot die Veranstaltung durchaus viel Schönes zum Ansehen, denn vom 13. auf den 14. Januar, hatten wir eine sternklare frostige Nacht und die noch ein wenig zugeschneiten Landschaften leuchteten im hellen Mondlicht – der Polarnacht würdig also. Selbstverständlich brachte die fehlende Wolkendecke auch eine Kälte unter dem Gefrierpunkt mit sich und, für Wanderer viel schlimmer, es wurde stellenweise sehr glatt.

Start der Veranstaltung, die schon seit vielen Jahren von Wolfgang Pagel organisiert wird, war um 20 Uhr am Bahnhof Friedrichstraße. Von hieraus ging es in einer sehr gut überlegten Route zuerst durch städtische Gegenden und um den Flughafen Tegel nach Spandau. Von dort aus an der Havel entlang über Schönwalde zum Eiskeller – dem Kältepol Berlins. Hier hatte es dann auch tatsächlich -4°C und nicht nur auf den Straßen sondern auch im teils sehr feuchten und dann zugefrorenen Wald, rutsche man ganz gut herum.

Der Eiskeller lag entlang der Strecke bereits auf Kilometer 43. Hier gab es Tee und es wurde eine Temperaturmessung durchgeführt, der ich allerdings nicht beiwohnte, weil ich nicht warten wollte und bereits nach Falkensee (50km) als Zielort meiner Wanderung weitergelaufen war. Und das obwohl ja die Temperaturmessung eigentlich das wichtigste an dem Ganzen war. Von Falkensee aus gab es die Möglichkeit weiter zu laufen und 100km an dem heraufziehenden Tag voll zu machen – das taten auch einige Mitwanderer. Andere starteten erst mit ihnen aus Falkensee zu einer ebenfalls eingeplanten Tagwanderung über 50km. Ich wählte allerdings den Bahnhof und wahr auch sehr durch.

An allererster Stelle gilt es einmal Wolfgang Pagel ganz herzlich für die Organisation zu Danken. Das Ganze war sehr gut durchdacht und es war – obwohl Nachts schwierig – für Einkehrpunkte im Warmen und mit der Möglichkeit etwas zu essen gesorgt, am Eiskeller gab es zudem noch warmen Tee. Obwohl in diesem Jahr wohl deutlich mehr Leute als sonst teilnahmen, hat die Veranstaltung ihren familiären Charakter nicht eingebüßt und das war sehr angenehm. Vom äußerst günstigen Startgeld gar nicht zu sprechen.

Mit meiner Ausrüstung für die Nacht war ich weitgehend zufrieden. Ich hatte auf Turnschuhe gesetzt, weil ich einen Gutteil des Weges aus Asphalt erwartet hatte. Letztlich gab es dann aber mehr Waldweg als erwartet und ein leichter Wanderstiefel wäre mit Sicherheit besser gewesen, einfach wegen der Nässe und dem besseren Griff auf den glatten Straßen. Druntergezogen hatte ich mir lange Fleeceunterwäsche und Socken mit Merionoanteil. Die haben mich letztlich gerettet, weil sie ja auch warmhalten, wenn sie nass sind. Darüber trug ich noch eine leichte Daunenjacke und dann die äußere Schicht mit Wanderhose und Membranjacke. an den Händen reichten mir leichte Unterziehhandschuhe und eigentlich war es mir trotz der niedrigen Temperatur schon zu warm, meine Taschenöfen habe ich am Ende gar nicht angezündet. Bei der sportlichen Geschwindigkeit mit der wir gelaufen sind, hätte man wahrscheinlich sogar die Daunenjacke weglassen können, um sie nur in den Pausen anzuziehen.

Bei der Verpflegung hatte ich auf zwei Liter Wasser, einige Scheiben Schwarzbrot, ein paar Müsliriegel, zwei Bananen und Salzstangen die ich immer mal wieder aus der Hosentasche vor mich hin knuspelte gesetzt und das hat alles sehr gut funktioniert.

Es war eine schöne Wanderung und für mich die erste 50km-Strecke diesen Winter. Ich bin froh in 10 Stunden gut durchgekommen zu sein und Danke den Veranstaltern noch einmal ganz herzlich!

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