Naturparkroute Märkische Schweiz

Bedenkt man, wie flach die Mark Brandenburg ist, ist es durchaus gerechtfertigt eine Gegend als Märkische Schweiz zu bezeichnen, deren Landschaft in meiner Eifler Heimat wohl bestenfalls als hügelig durchgehen würde. Wenn es hier also auch nicht besonders gebirgig ist, so ist man doch in einer äußerst schönen Landschaft, deren Reiz, die Abwechslung von Hügeln, Bächen, Sümpfen und Seen ausmacht – die Märkische Schweiz ist für Wanderer in jedem Fall einen Besuch wert!

Eine schöne Strecke auf der man einen guten Teil dieser Landschaft an einem Tag durchstreifen kann, bietet die örtliche Naturparkverwaltung unter dem Namen Naturparkroute. Der Weg ist bestens ausgezeichnet und wurde, wie die zugehörige Website berichtet, zu recht als Qualitätsweg zertifiziert.

In Vorbereitung auf den diesjährigen Mammutmarsch, einer 24-Stunden-Wanderung im Berliner Umland, entschied ich mich diesen Sonntag für die Naturparkroute als Trainingsstrecke. Die Strecke war mir bereits gut bekannt und bisher immer ein Garant für einen schönen Wandertag, zudem führt die Strecke des Mammutmarsches durch die Gegend und hat hier ein paar ihrer wenigen Steigungen. Östlich von Buckow führt sie sogar ein Stück weit über die Naturparkroute.

Laut offizieller Streckenführung startet die Strecke in Buckow, man kann die Rundwanderung aber auch überall sonst beginnen. Ich beispielsweise parke den Wagen gerne auf dem Wanderparkplatz in der Nähe von Waldsieversdorf, weil man auf diese Art eine Rast in Drei Eichen genau auf halber Strecke liegen hat. Buckow als Start und Ziel zu wählen lohnt sich aber genau so.

Kommt man nicht mit dem Auto, startet man am besten von Buckow, wobei die Wanderung mit dem öffentlichen Nahverkehr etwas schwieriger zu erreichen ist. Man ist hier auf den Bus aus Strausberg angewiesen oder fährt am Wochenende mit der Buckower Kleinbahn aus Müncheberg. Wenn man das vorausschauend einplant, kann man die kleine Museumsbahn zum zusätzlichen Erlebnis machen.

Ich beschreibe die Tour hier also von Waldsieversdorf aus, ohne Besuch in Buckow und ohne Brandenburger Landente im Gasthaus Stobbermühle. Das sind Dinge, die man unbedingt anschließen sollte, wenn man nicht wie ich zu Trainingszwecken unterwegs ist.

Tourenbeschreibung

Der Weg führt gleich am Parkplatz in Waldsieversdorf vorbei und man folgt ihm zunächst in östlicher Richtung. Der rote Punkt, das Wegzeichen der Tour, führt vorbei an der Seifertschen Mühle in den kleinen Ort Waldsieversdorf. Hier lohnt es sich den örtlichen Wasserturm zu besteigen, der täglich bis 18 Uhr geöffnet hat. Von ihm aus bekommt man die erste schöne Aussicht dieser Wanderung über die Märkische Schweiz.

 

In Waldsieversdorf steigt man die „Himmelsleiter“, eine Treppe zum Großen Däbersee, hinab und erhält vom Südufer des Sees noch einmal einen schönen Blick auf Waldsieversdorf. In der Nähe hat man ausserdem die Gelegenheit das John-Heartfield-Haus zu besuchen. Entlang des Kreuzfließes kommt man auf ein Stück asphaltierten Wegs und bald zur Trasse der Buckower Kleinbahn, die man überquert.

Von nun an geht es über oft gerade Waldwege und vorbei am Krummen Pfuhl und am Schwarzen See. Einen schönen Rastplatz auf diesem Streckenabschnitt bieten die Ratseewiesen. Bald darauf erreicht man das Waldcafé Drei Eichen, das nun auf ungefähr halber Strecke eine gute Einkehrmöglichkeit bietet.

Von Drei Eichen aus führt der Weg ins Stobbertal und es beginnt für Naturfreunde einer der schönsten Abschnitte der Tour. Hier hat der kleine Fluss eine vielfältige Sumpflandschaft ausgebildet, die zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Die umgestürzten Bäume am Wegesrand zeugen davon, dass auch der heimische Biber hier ein ideales Revier findet.

Etwas weiter schließlich erreicht man den Großen Tornowsee, der in den Sommermonaten eine schöne Bademöglichkeit bietet. Von hieraus geht es durch die verwunschenen Fließtäler der Stobber an den Ortsrand von Buckow. Bei der Güntherquelle und gegenüber des Schweizer Hauses, des Besucherzentrums des Naturparks, befindet sich eine Kneipp-Wassertretstelle im Fluß. Hier kann man die heißgelaufenen Füße kühlen, bevor man das Schweizer Haus besucht. Die kleine Dauerausstellung erklärt spannend und interaktiv die einzigartige Natur der Märkischen Schweiz.

Variante: Wenn man die Tour mit einem Besuch in Buckow verbinden will, sollte man das von hieraus tun und über die Lindenallee ins Ortszentrum laufen. Der Ort ist einen Besuch wert und derart reizvoll, dass man aufpassen muss nicht hängen zu bleiben. Man sollte sich also ein wenig Zeit nehmen. Empfehlenswert ist hier das Gasthaus Stobbermühle im Ortszentrum, das eine hervorragende Brandenburger Landente zubereitet. Wenn man sich nach der noch bewegen kann, geht man weiter auf der Wriezener Straße nach Norden, vorbei am Schermützelsee und trifft bei der Strasse Am Wiesenhang wieder auf unsere Route.

Alle die auf Buckow verzichten, wenden sich am Schweizer Haus nach Norden und machen Aufstieg statt Landente. Der Weg führt vorbei am Buckower Schulzentrum zu einem Wanderparkplatz, der ein idealer Ausgangspunkt ist, will man die Tour in Buckow beginnen und beenden.

Am Nordufer des Schermützelsees entlang warten einige kleinere Steigungen und schöne Ausblicke auf den See. Leider ist das Ufer hier derart mit Privatbesitz umgeben und verbaut, dass man auch gleich einen Zaun um den See hätte ziehen können. Sobald die Seegrundstücke und Jägerzäune aber enden hat man nochmal einen schönen Streckenabschnitt gleich entlang des Ufers, während gegenüber das Gelände steil ansteigt.

Als Panoramaweg führt die Route schließlich auf die Höhe oberhalb des Schermützelsees und entschädigt für den kurzen aber steilen Aufstieg mit einer grandiosen Aussicht über den See und auf Buckow.

Der Weg führt noch ein wenig auf der Höhe entlang und schließlich über einige Weiden. Hier kommt dann, dank der Kühe, tatsächlich noch einmal ein wenig Schweiz-Gefühl auf. Gleich danach erreicht man wieder den Wanderparkplatz in Waldsieversdorf.

Die Strecke ist knapp 20km lang und auch für ungeübte Wanderer als Tagestour gut zu schaffen. Einige der steileren Aufstiege will man wahrscheinlich nicht machen, wenn es geschneit hat, ansonsten ist die Tour aber ganzjährig und auch mit Kindern zu machen, sofern sie die Distanz schaffen. Der gesamte Weg ist erstklassig markiert und man braucht kaum eine Karte.

Selbstverständlich sollte man festes Schuhwerk tragen und sich darauf gefasst machen, dass es im Stobbertal stellenweise feucht und matschig werden kann. In jedem Fall aber eine große Empfehlung für die Tour – sie gehört zum Schönsten, was das Berliner Umland zu bieten hat.

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