Pilgerweg Kloster Mariawald

Die Rureifel wusste ich nicht wirklich zu schätzen, als ich noch in der Region wohnte. Mit geschärftem Blick kehre ich aber immer wieder gerne zurück und meine mittlerweile, dass das eine tolle Wanderregion ist. In der Gegend gibt es nicht nur den Eifelsteig, sondern auch zahlreiche schöne Tagestouren.

An einem Samstag Ende April habe ich mich mit einem Freund aus der Gegend aufgemacht. Ein festes Ziel, das uns vorschwebte war das Trappistenkloster Mariawald. Wir fanden schließlich eine gute Route über Schmidt und den Kermeter zum Kloster und über Heimbach zurück.

Der Ort Schmidt ist am besten mit dem Auto zu erreichen. Parken kann man hier einfach in einer der Straßen oder auf dem Parkplatz oberhalb des Strandbades Eschauel, über den die Route ohnehin führt.

Tourenbeschreibung

Aus Schmidt geht man zunächst nach Süden, herab in Richtung des Strandbades Eschauel. Auf dem Parkplatz oberhalb des Strandes wendet man sich schließlich nach Nordosten und folgt von hieraus dem Seeufer.

Entlang des am Morgen noch vollkommen ruhigen Rursees, erreicht man die Rurtalsperre Schwammenauel. Hier befindet sich eine Anlegestelle der Rurseeschiffahrt und auch ein Ausflugslokal. Dann führt der Weg über die Staumauer und bietet einen schönen Ausblick auf das in der Tiefe liegende Rurtal. Dabei ist die Staumaueranlage selbst sehenswert. Unten im Rurtal liegt ein Wasserkraftwerk und auf der anderen Seite der Staumauer kann man tief in den Wasserauslass des Stausees blicken. Wer sich die Zeit nehmen will noch kurz herab ins Rurtal zu steigen hat hier die Möglichkeit das Wasserkraftwerk Heimbach zu besuchen, das ein Höhepunkt der Industrie-Architektur im Jugendstil ist und damit absolut sehenswert.

Hat man die Rurtalsperre überquert, führt der Weg leider kurz entlang der Aspahltstraße. Nach wenigen Metern allerdings findet man auf der linken Straßenseite wieder den Zugang zu einem Waldweg und biegt ein. Ab hier führt der Weg entlang der Hänge des Kermeters nach Osten. Dabei bieten sich schöne Ausblicke ins Rurtal.

Etwa bei Wegkilometer acht kommt man an einen Abzweig und kann sich hier entscheiden, ob man weiter entlang der Hänge direkt zum Kloster Mariawald gehen will oder die Höhe des Kermeters besteigen will. Wem die Wandererehre wie uns Letzteres rät, der wendet sich an der Gabelung zum Aufstieg nach Süden. Nach etwa zwei Kilometern erreicht man den Höhenkamm, wobei der Spass im Aufstieg liegt, eine großartige Aussicht findet man hier erst einmal nicht.

Entlang des Kamms geht es ein Stück über die Straße und dann immer der Beschilderung zum Kloster Mariawald entlang. Nach einer Zeit erreicht man die Kriegsgräberstätte oberhalb der Abtei – beim Kloster hatte sich ab 1944 ein Hauptverbandsplatz befunden und die Patres hatten die Toten hier oberhalb des Klosters bestattet. Von der Friedhofsanlage aus sieht man zum ersten Mal die Abtei.

Mariawald ist das einzige Trappistenkloster in Deutschland. Ganz nach ihrer Ordensregel Arbeiten die Mönche und bieten ihre Produkte zum Zweck das Kloster zu erhalten an – berühmt sind sie in Mariawald für ihre Erbsensuppe. Die sollte man selbstverständlich keinesfalls auslassen. In der Klostergaststätte wird Sie ebenso wie das Abtei-Bier Fluitter, dass die Mönche nach ihrer Orginalrezeptur als Auftragsarbeit bei der Bitburger Brauerei produzieren lassen. Mein an belgischen Trappistenbieren geschärfter Gaumen sagt: Fluitter ist tatsächlch gar nicht schlecht, muss aber bei seinem hohen Alkoholgehalt danach ersteinmal wieder aus den Beinen gelaufen werden. Erbsensuppe und Bier gibt es übrigens auch Online im Kloster-Shop zu bestellen. Für das volle Mariawald-Erlebnis bestellt man am besten gleich beides und es ist ja für einen guten Zweck.

Beim verlassen der Anlage orientiert man sich von der Gaststätte aus an der Klostermauer, an der sich auch die letzen Stationen des hier herauf führenden Kreuzwegs befinden. Diesem Kreuzweg folgt man nun herab ins Rurtal. Der Abstieg ist Teils steil und macht Lust darauf den Kreuzweg auch einmal in die richtige Richtung aufzusteigen, um sich die Erbsensuppe auch zu verdienen.

Am Ende des Abstiegs ist man an der Rur und gleich im Ort Heimbach. Am Ortseingang geht man gleich auf die Burg zu. Darin befindet sich die Kunstakademie Heimbach und auch eine Gaststätte. Die Alte Substanz wurde unter Einsatz von Beton modernisiert, was nur teilweise gelungen ist. Der Turm bietet dennoch eine tolle Aussicht über das Rurtal.

Im Ort Heimbach befinden sich zahlreiche Gaststätten und man hat erneut Möglichkeit zur Einkehr. an der Rur entlang geht es noch ein Stück weit durch den Ort, um schließlich wieder den Aufstieg aus dem Flußtal anzugehen. Hier sind auf einem Kilometer noch einmal 200 Höhenmeter zu bewältigen, bevor man wieder die Höhe des Ortes Schmidt erreicht.

Insgesamt ist die Wanderung eine Schöne Tour durch die Rureifel und mit 590 Höhenmetern hoch und runter auf knapp 25km mit ein wenig wanderischer Ambition verbunden. Andererseits kann man aber auch den Kermeter auslassen und damit eine leichtere Variante wählen.

 

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